Asbest – Die versteckte Gefahr in Altbauten

(fu – 3.5.23) In vielen älteren Gebäuden sind Bauteile verbaut, die Asbest enthalten können, wie beispielsweise Dämmungen, Dachplatten und Bodenbeläge. Solange diese Materialien jedoch fest mit dem umgebenden Material verbunden sind, geht von ihnen keine unmittelbare Gefahr aus. Allerdings können bei einer Sanierung oder einem Abbruch mikroskopisch kleine Asbest-Partikel freigesetzt werden, die beim Einatmen zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen können.

Wenn alte Bodenplatten, Eternitdächer oder Isolierungen während einer Sanierung beschädigt werden, besteht die Gefahr, dass Asbestfasern freigesetzt und eingeatmet werden, was zu einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen führen kann. Daher ist es äußerst wichtig, bei der Sanierung von Asbestmaterialien besondere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und einen Profi in der Asbestentsorgung hinzuziehen.

Asbest – was genau ist das eigentlich?

Asbest ist ein natürlich vorkommendes Silikat-Mineral, das in der Erdkruste an vielen Orten auf der Welt zu finden ist. Bereits im antiken Griechenland wurde es entdeckt und genutzt. Heute wird Asbest immer noch als Erz in Ländern wie Südafrika, Brasilien und Russland abgebaut.

Das Material galt seit dem frühen 20. Jahrhundert als Wundermittel aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften: Es ist hitzebeständig, säurebeständig und korrosionsbeständig. Es bietet exzellente Schalldämmung, Isolierung gegen Kälte und Feuchtigkeit, ist extrem widerstandsfähig und schwer entflammbar. Aufgrund dieser Eigenschaften wurde Asbest in einer Vielzahl von Branchen wie der Schifffahrt, dem Bauwesen und der Automobilindustrie eingesetzt. Es wurde sogar in Zahnpasta verwendet, da es als weißes Pulver eine ästhetisch ansprechende Farbe hatte.

Wie lässt sich Asbest erkennen?

Wie bereits erwähnt, ist es nicht einfach, Asbest zu erkennen. Hierfür bedarf es möglicherweise eines Tests zur Ermittlung von Asbest. Es gibt jedoch einige Anhaltspunkte. Asbest wurde in etwa 3.000 verschiedenen Produkten verwendet. Daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es in älteren Wohnhäusern, die zwischen 1960 und 1990 erbaut wurden, vorhanden ist.

Die Liste der Produkte, in denen Asbest verwendet wurde, ist lang. Sie reicht von Fensterbänken und Fliesenkleber über Brandschutzisolierung in Büro- und Verwaltungsgebäuden bis hin zu Estrich, Wärmedämmplatten, Dachpappen und Zementfaserplatten für Fassaden, wie es Baubiologen bestätigen. Auch Spachtelmasse, Putze und Fensterkitt können Asbest enthalten, und für Laien ist dies nicht erkennbar. Asbestfasern können entweder fest gebunden sein, z. B. in Asbestzement (Eternit) in Bodenplatten oder Fassadenelementen, oder schwach gebunden sein, wie es in Fliesenklebern oder Isolierputzen der Fall ist.

Asbest – nicht giftig, aber krebserregend

Asbestfasern sind nicht unmittelbar giftig, auch wenn sie eingeatmet werden. Das bedeutet, dass sie nicht sofort zu einer Reaktion des Körpers führen. Stattdessen setzen sie sich in der Lunge fest und können dort auch nach Jahrzehnten nicht abgebaut werden, was zu Asbestose führen kann. Spätfolgen können Atembeschwerden und im schlimmsten Fall Lungenkrebs sein. Kurz gesagt: Die Beständigkeit der Fasern, die für die Materialeigenschaften positiv ist, hat eine stark negative Auswirkung auf den menschlichen Körper.

Asbest – die Symptome einer Belastung

Asbestfasern sind doppelt tückisch: Zum einen sind sie unsichtbar, zum anderen zeigt der Körper nicht sofort Symptome, wenn sie eingeatmet werden. Die Auswirkungen des Einatmens von Asbest werden oft erst nach vielen Jahren spürbar, wenn sich die eingelagerten Partikel in der Lunge zu einer Asbestose entwickeln. Diese Veränderungen des Gewebes (Lungenfibrose) können zu Reizhusten und Atemnot führen, insbesondere bei Anstrengung. Im späteren Verlauf können auch Gewichtsverlust und andere Symptome hinzukommen.

Wie viel kostet die Asbest-Entsorgung?

Eine fachgerechte Entsorgung von Asbest kann mit erheblichen Kosten verbunden sein. Neben den reinen Entsorgungskosten für den Sondermüll, die je nach Menge zwischen etwa 150 und 300 Euro pro Tonne liegen, müssen auch die Arbeitskosten für den fachgerechten Ausbau des Asbests berücksichtigt werden. Hier liegen die Kosten pro Quadratmeter in der Regel zwischen 30 und 35 Euro. Falls die Asbestsanierung an Dach oder Fassade stattfinden muss, kann zudem eine Gerüstmiete anfallen. Wenn Sie ein älteres Haus kaufen möchten, sollten Sie sicherstellen, dass während des Angebotsprozesses eine Asbestbewertung durchgeführt wurde, um mögliche Kosten für eine spätere Sanierung besser abschätzen zu können.

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