Was macht eigentlich die Schufa?

Die Idee, dass man eine Kartei anlegen könnte, die verrät, wie es um die Zahlungsmoral der Kunden steht, stammte von der in Berlin ansässigen städtischen Elektrizitäts-Aktiengesellschaft. Da das Unternehmen Elektrogeräte anbot, die per Ratenkauf erworben werden konnten, war es hier natürlich wichtig zu wissen, ob der Kunde den bisherigen Verpflichtungen auch ordnungsgemäß nachgekommen ist. Das Unternehmen schuf eine sogenannte Positivliste. Für dieses Vorhaben wurde im Jahr 1927 die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ (kurz: Schufa) gegründet.

500 Millionen Informationen

Die Idee bewährte sich und die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ wurde zur „Schufa Holding AG“, wobei sich nur der Name geändert hat – das Prinzip aus dem Jahr 1927 wird noch immer verfolgt. So übermitteln Partnerunternehmen die Daten der Kunden – so etwa, wenn ein Girokonto mit einer Kreditkarte eröffnet wird.

Heute gibt es in der Auskunftei mehr als 500 Millionen Informationen zu 66 Millionen Privatpersonen. Auch wenn es immer wieder Kritik gibt, dass der Deutsche ein „gläserner Kunde“ sei, so weiß das Unternehmen nicht, wo man beschäftigt ist und wie hoch das monatliche Einkommen ausfällt. Zudem sind die meisten Daten (91 Prozent) positiv.

Es gibt negative und positive Merkmale

Zu beachten ist, dass die Schufa in Positiv- wie Negativmerkmale unterscheidet. Positive Merkmale sind seit Jahren bestehende Girokonten, Kreditkarten, wobei es hier nie Zahlungsschwierigkeiten gab, Kredite wie auch Ratenkäufe, die ebenfalls ordnungsgemäß bedient wurden. Jene Daten bestätigen am Ende, dass es sich um eine zuverlässige Person handelt. Negative Einträge entstehen dann, wenn der Kredit nicht getilgt wurde, es unbezahlte Rechnungen gibt oder mitunter der Fall der Privatinsolvenz eingetreten ist.

Erkennt man also eine Unzuverlässigkeit, so ist es wahrscheinlich, dass die Bank den Kreditantrag ablehnen wird. So auch, wenn es sich um eine Kreditkarte handelt. Anders hingegen, wenn es eine Kreditkarte ohne Einkommensnachweis ist, da hier keine Schufa-Abfrage durchgeführt wird – mehr Informationen unter: https://www.kreditkartekostenlos.de/beste-kreditkarte-ohne-einkommensnachweis/

Wie hoch ist die Ausfallswahrscheinlichkeit?

Jene Daten, die in der Schufa gespeichert sind, werden von Unternehmen wie Kreditinstituten bei Bedarf abgerufen. Stellt man etwa eine Kreditanfrage bei einer Bank, so wird in weiterer Folge eine Schufa-Abfrage durchgeführt, sodass man in Erfahrung bringen kann, ob der Kunde zuverlässig ist oder nicht. Aufgrund der Tatsache, dass die Daten anonymisiert sind, erhält der Bankberater keine Auflistung zu den einzelnen Handy- oder Kreditkartenverträgen.

Die gespeicherten Daten ergeben nur ein Schufa-Scoring, das in weiterer Folge besagt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kredit ordnungsgemäß bedient wird. Befindet man sich in der Scoring-Klasse A, so liegt die Ausfallwahrscheinlichkeit bei 0,85 Prozent – in der Scoring-Klasse G liegt die Wahrscheinlichkeit, dass man den Kredit nicht tilgt, bei 8,51 Prozent. In der Regel wird die Bank, wenn sich der Antragsteller in der Scoring-Klasse G befindet, den Kreditantrag ablehnen.

Einträge sollten regelmäßig kontrolliert werden

Einmal pro Jahr kann eine kostenlose Selbstauskunft durchgeführt werden, sodass man selbst in Erfahrung bringen kann, wie der eigene Basis-Score aussieht. Zur Verfügung steht die „Auskunft online“ oder die Datenübersicht nach § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes. Stellt man im Zuge der Überprüfung der eigenen Daten fest, dass sich Fehler eingeschlichen haben, so kann man den Antrag auf Richtigstellung stellen – die Schufa wird sodann, sofern es sich wirklich um falsche Daten handelt, die gespeicherten Informationen löschen oder korrigieren.

Kurz URL: https://www.riesa-lokal.de/?p=22920

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