Ausstattung von Wohnwagen: Der Schwerpunkt entscheidet über Fahrsicherheit

Für einen erholsamen Urlaub muss der Wohnwagen komfortabel eingerichtet und sinnvoll beladen werden. Während ein Mangel an Komfort zwar ärgerlich, aber nicht tragisch ist, können Fehler bei der Beladung dramatische Folgen haben. Dieser Beitrag enthält Informatives zum mobilen Interieur und praktische Beladungstipps für sichere Fahrten.

Nachfrage nach Wohnwagen steigt

Wohnwagen werden von vielen Campingbegeisterten als Bereicherung empfunden. Das bestätigen aktuelle Zahlen, die der Caravaning Industrie Verband e.V. (CIVD) hinsichtlich der Neuzulassungen unter civd.de veröffentlicht hat. Demnach wurde 2019 das beste Ergebnis seit jeher erreicht. Moderne Modelle sind bestens ausgerüstet mit allem, was sich Urlauber an ihrem Ziel wünschen. Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer werden auf wenig Fläche platzsparend kombiniert. Da die Wohnanhänger während des Aufenthalts auf Campingplätzen oder anderen Standorten abgestellt werden und vom Fahrzeug unabhängig sind, lassen sich Ausflüge in die Umgebung flexibel unternehmen. Und zwar ohne großes Reisemobil, welches das Fahren in vielen idyllischen Ortschaften in eine nervenaufreibende Angelegenheit verwandelt.

Schlafplätze in allen Variationen

Steht die Anschaffung eines Wohnwagens an, stellt sich zunächst die Frage nach einem bedarfsgerechten Grundriss. Da jede Lösung ihre Vor- und Nachteile hat, gilt es diese mit den persönlichen Wünschen abzugleichen. Für zwei Personen sind Modelle mit französischem Doppelbett, das längs platziert ist, überaus gefragt. In der Nähe der Schlafplätze befindet sich in der Regel eine Waschmöglichkeit sowie die Toilette falls vorhanden. Gegenüberliegend Kochnische beziehungsweise Sitzgruppe. Zweipersonenbetten sind in Heck oder Bug längs eingebaut und überzeugen mit viel Stauraum unterhalb. Nachteilig ist die knappe Liegefläche und die Tatsache, dass die hintere Person über den Vordermann klettern muss. Gleiches gilt für Querbetten. Mehr Platz und Flexibilität bieten freistehende Queensbetten. Sie sind für zwei Personen konzipiert und gewährleisten, dass jeder aufstehen kann, wann er möchte. Die Platzierung erfolgt meist in Heck beziehungsweise Bug mittig.

Einzelbetten erlauben den ungehinderten Aus- und Einstieg ebenso und bringen eine Menge Stauraum mit sich. Zudem erleichtert der Mittelgang das Erreichen von Einbauschränken. Allerdings nehmen Einzelbetten viel Aufbaufläche in Anspruch. Platzsparend sind Etagenbetten. Sie eignen sich bestens für Kinder und Jugendliche, erfordern jedoch einen sorgfältigen Blick auf die Belastbarkeit. Wahre Raumwunder sind Hubbetten, die am Tag unter der Wohnwagendecke verschwinden, um beispielsweise Freiraum für Sitzgelegenheiten zu schaffen. Nachteil hierbei: Der Schwerpunkt verlagert sich nach oben, was sich negativ auf die Fahrstabilität auswirkt.

Fehlt es in einem gebrauchten Wohnwagen an Matratzen oder sollen die alten aus hygienischen Gründen ausgetauscht werden, sind oft maßgefertigte Modelle erforderlich. Schrägen, Rundungen und außergewöhnliche Abmessungen machen die Verwendung von Standardmatratzen unmöglich. Im Onlineshop Kölner Jungunternehmer Onturo.de sind Matratzen in diversen Formen erhältlich. Das Unternehmen hat sich auf mobile Schlafsysteme spezialisiert und vertreibt Schlafunterlagen mit Gel- und Kaltschaumschicht sowie Abstandsgewirk für konstante Luftzirkulation zum Schutz vor Schimmel.

Sitzgruppen und Küche – große Auswahl für jeden Geschmack

Zum Unterhalten, Essen und Spielen verbauen Wohnwagenhersteller individuelle Sitzgruppen. Das Spektrum reicht von der Seitensitzgruppe (Dinette) über gesellige Rundsitzgruppen bis hin zur gemütlichen Lounge. Eine Seitensitzgruppe ist von zwei Längsbänken und einem mittigen Tisch geprägt. Wer zu viert reist, sollte allerdings prüfen, ob ausreichend Sitzfläche geboten ist. Geräumiger ist die Rundsitzgruppe, die außerdem viel Stauraum in den Sitztruhen aufweist. Wird die Sitzgruppe zum Bett umfunktioniert, ist auf zusätzliche Polster oder eine besonders komfortable Matratze zu achten. Eine Lounge ist an Behaglichkeit kaum zu überbieten, aber zum Essen eher ungeeignet.

Bei Wohnwagenküchen wird zwischen Bug- und Heck- sowie Seiten- und Winkelküchen unterschieden. Wird auf einen möglichst freien Blick durch den Wohnwagen wert gelegt, sind Heck- und Bugküchen vorteilhaft. Das Platzangebot zum Hantieren ist gut, nachteilig wiederum bei Heckküchen die ungünstige Verteilung des Gewichts. Winkelküchen dienen als Raumteiler zwischen Schlaf- und Wohnbereich, ihr Stauraumangebot ist meist noch größer. Die längst verbaute Küchenzeile bei der Seitenküche ist achsnah platziert und fördert eine sinnvolle Lastverteilung.

Wohnwagen richtig beladen – Schweres gehört nach unten!

Viele Reisende machen beim Beladen ihres Wohnwagens den Fehler, dass sie zu viel Gepäck ins Heck platzieren. Das kann zur Folge haben, dass das Gespann aus Kraftfahrtzeug und Anhänger bei hohen Geschwindigkeiten ins Schlingern gerät. Auch bei Wind wird es schnell riskant, die Fahrdynamik wird negativ beeinflusst. Die bessere Lösung besteht darin, den Schwerpunkt zwischen Achse und Deichsel anzuordnen. Auch die Höhe der Aufbewahrung spielt eine wichtige Rolle: Wird die Last zu weit oben verstaut, besteht Kippgefahr und das Gespann gerät schnell außer Kontrolle. Alles Schwere muss achsnah und tief untergebracht sein. Der ADAC verdeutlicht, wie es richtig geht:

Ergänzend dazu finden Camper im Onlinemagazin caravaning.de acht Fahrtipps für eine sichere Fahrt mit Wohnwagen-Gespann.

Bildquelle: TitusStaunton / pixabay.com

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