Demo gegen die „Deutsche Stimme“

0000967-Demo gegen Deutsche Stimme 21.6.2014

(Foto: Riesa-Lokal.de)

(Foto: Riesa-Lokal.de)

(Riesa, 23. Juni 2014 v. Burkhard Kehm) Am vergangenen Samstag fand er nun statt, der von VVN-BDA (Vereinigte der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) organisierte Aktionstag gegen das NPD-Blatt „Deutsche Stimme“ in Riesa.

Und dieses Mal richtig offiziell mit von der Partie war auch die Rostocker Punk-Band „Feine Sahne, Fischfilet“. Die Band war ja bereits vom damaligen Kulturwerk-Chef und Neu-Stadtrat Dirk Haubold zum letztjährigen Stadtfest ein-, dann aber durch die Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer wieder ausgeladen worden.

Auch der Aktionstag hat inzwischen eine längere Geschichte, denn der sollte bereits im Sommer 2013 stattfinden, fiel dann aber dem Hochwasser zum Opfer.

Ob es am Samstagnachmittag aber am Wetter, am Fußball, am durchaus linkslastigen Veranstalter oder nur daran lag, dass die Riesaer zum Demonstrieren einfach keine Lust hatten, ist schwer zu sagen.

Es war jedenfalls ein durchaus überschaubares Grüppchen von, nach unserer Schätzung, vielleicht 120 vorwiegend jüngeren Teilnehmern, das sich, begleitet von mindestens der gleichen Anzahl an Polizisten,  vom Sammelpunkt beim Handelshof auf  den Weg zum Verlagsgebäude der „Deutschen Stimme“ an der Geschwister-Scholl-Straße begab und dort seinem Unmut Luft machte.

Aber dass der rechtsradikale Verlag deswegen nun die Koffer packt oder sich auch nur ein NPD-Wähler besonders beeindruckt fühlt, ist leider nicht zu erwarten.

Möglicherweise führen konsequente Aufklärungs- und Sacharbeit in diesem Punkt doch weiter, als groß angekündigte Demos mit kleiner Beteiligung.

Kurz URL: http://www.riesa-lokal.de/?p=16932

5 Kommentare für “Demo gegen die „Deutsche Stimme“”

  1. schlosser

    Es gibt ja neben dem Demonstrationsrecht auch noch das Recht auf freie Meinungsäusserung. Von diesem Recht macht hier der Ausserirdische Gebrauch. Deshalb wäre es angebracht, diese Meinung zu akzeptieren und ebenfalls zu schweigen.

    Ich glaube nämlich, dass das Kernproblem wo ganz anders liegt. Da kann man demonstrieren wie man will, solange man grundsätzliche Probleme in unserer von Geld durch und durch verdorbenen Gesellschaft nicht löst, wird die NPD immer offene Ohren finden.
    Stichwort notleidende Banken, EENG, Fracking, TTIP, Genfraß, usw usf. Solange unsere Regierung alles tut, um allen Ackermännern, Goldman-Sachs-Jüngern, diesem Drecksgesindel an der Börse und dem mittlerweile völlig undurchsichtigen Konzerngeflecht zu noch mehr Kohle zu verhelfen, werden die Menschen immer nach Alternativen suchen.
    Ich selbst mache das auch.

  2. Daniel Pötzsch

    Als ehemaliger Riesaer begrüße ich das Informationsangebot von riesa-lokal.de. Weniger erfreuen mich manchmal die Kommentare einiger Leser. Heute muss ich aber doch meinem Ärger etwas Luft machen.

    Mandy, das Demonstrationsrecht ist ein grundgesetzlich verankertes Gut, welches nicht ortsgebunden wahrgenommen werden muss. Wenn also Bürger aus Niedersachsen dieses Recht in Riesa ausüben wollen, um zu zeigen, dass sie mit dem Gebaren der Deutschen Stimme nicht einverstanden sind, dann ist das ihr gutes Recht! Diese Menschen dann auch noch als „Berufsdemonstranten“ zu verunglimpfen, ist einfach nur ignorant. Diese sind mir tausendmal lieber, als gutwillige Bürger, die sich über gesperrte Straßen mehr ärgern als über die örtliche Präsenz eines Verlages, der rassistische und nationalistische Meinungen verbreitet.

    E.T., glücklicherweise ist die Ausübung des Demonstrationsrechtes noch nicht an die Bewilligung finanzieller Sondermittel gebunden. Mir scheint, dass in manchen Köpfen ein völliges Unverständnis demokratischer Willensbekundungen herrscht. Wenn sich Menschen freiwillig und ohne monetäre Hintergedanken für/bzw. gegen eine Sache engagieren, sollte man als „wahrer Demokrat“ den Hut ziehen und sich daran beteiligen oder für immer schweigen.

  3. E.T.

    Ich möchte nicht wissen, was diese Demonstration den Steuerzahler gekostet hat. Dutzende Mannschaftswagen blockierten die Straße von Weida nach Merzdorf.
    Eine vom Verfassungsschutz beobachtete Band war auch unter den Leuten.
    Und dann benutzen die Anwohner auch noch die einzige Zufahrtsstrasse zu Ihrem Wohngebiet mit dem Auto. Da kann man sich schon mal vergessen, so als wahrer Demokrat.

  4. Roy Paweck

    Ahja Mandy,

    Zielgruppe der Demo war ja ganz offenkundig die NPD die sich darüber auch ärgern sollte?

    Ihre Meinung zum Ignorieren der NPD und deren Gegnern ist ja hier hinlänglich bekannt. Ebenso ist hier bekannt, dass Sie mit dieser Position ziemlich einsam sind.

    Also warum wiederholen Sie ihre Meinung so oft? Wollen Sie den Lesern hier Ihre einzelne persönliche Meinung in der Hoffnung auf Zustimmung aufdrängen?

    Und dazu fühlen Sie sich als gutwilliger Bürger geärgert und gesellen sich damit zur Zielgruppe der Demonstranten. Eine Gutwilligkeit kann ich da bei Ihnen nicht ausmachen, denn dann würden Sie die gegenteilige Meinung und das Demonstrationsrecht vieler Anderer wenigstens mit Respekt zur Kenntnis nehmen und diesen nicht unterstellen damit „die gutwilligen (NPD-) Bürger zu ärgern!“

    Und da bin ich schon etwas überrascht, dass bei der Demo ein paar auswärtige Teilnehmer auffallen, wo in Riesa ca. 30.000 Menschen leben. Eigentlich sollten viele Riesaer ein Interesse am Verschwinden der „Deutschen Stimme“ und ihrem NPD-Gefolge haben?

    Oder ist man (Sie „Mandy“) hier etwa insgeheim stolz darauf die heimliche „NPD-Reichshauptstadt“ zu sein???

  5. Mandy

    … und wenn man bedenkt, dass unter den Demonstranten einige bundesweit aktive Berufsdemonstranten waren (z.B. mit Mannschaftstransporter der AWO aus Hannover angereist), stellt sich um so mehr die Frage, was es soll, samstags um die Mittagszeit die Straßen in Riesa zu blockieren und die gutwilligen Bürger zu ärgern!

    Ich bleibe bei meiner Auffassung, dass durch solche Aktionen die NPD eher aufgewertet wird, als dass dadurch die NPD aus Riesa verschwinden würde!

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